STIKO empfiehlt weitere Auffrischimpfung für Personen ab 60 Jahre,

vorzugsweise mit den an die Omikron-Varianten BA.1 und BA.4/5 angepassten Impfstoffen


Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat ihre Impfempfehlung aktualisiert und spricht sich nun auch für eine weitere COVID-19-Auffrischimpfung für alle Personen ab 60 Jahren aus. Zudem wird Kindern ab fünf Jahren mit erhöhtem Risiko für schwere COVID-19-Verläufe infolge einer Grunderkrankung ein weiterer Booster empfohlen. Auch Beschäftigten in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen mit direktem Kontakt zu Patientinnen und Patienten rät die STIKO zu einer zweiten Auffrischimpfung. Der mit der Empfehlung adressierte Personenkreis auf einen Blick:

- Personen ab 60 Jahren

- Bewohnerinnen und Bewohner sowie Betreute in Einrichtungen der Pflege

- Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf in Einrichtungen der   

   Eingliederungshilfe

- Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen, insbesondere solche mit direktem

   Kontakt zu Patientinnen und Patienten bzw. Bewohnerinnen und Bewohnern

- Personen ab 5 Jahren mit Grunderkrankungen, die ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-

  Verläufe haben. Hierzu gehören z. B.:  Chronische Erkrankungen der Atmungsorgane (inklusive

  Asthma bronchiale und COPD) ,Chronische Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenerkrankungen , 

  Diabetes mellitus und andere Stoffwechselerkrankungen , Chronische neurologische Erkrankungen 

  Personen mit angeborener oder erworbener Immundefizienz (inkl. Patienten mit neoplastischen

  Krankheiten) , HIV-Infektion
- Angeraten ist die weitere Auffrischimpfung laut STIKO bei diesen Personen, sofern „drei

  immunologische Ereignisse“ vorliegen – eine SARS-CoV-2-Infektion zählt somit wie eine Corona-

  Schutzimpfung. So wären zum Beispiel Grundimmunisierung plus Auffrischimpfung oder

  Grundimmunisierung plus SARS-CoV-2-Infektion drei immunologische Ereignisse.


Sechs Monate Abstand als Richtschnur
Die STIKO hat außerdem ihre Empfehlung zum Impfabstand beim Booster angepasst. Bei Immungesunden wird nun ein Mindestabstand von sechs Monaten zwischen der letzten Impfung und der Auffrischimpfung empfohlen – also beispielsweise zwischen dem Abschluss der Grundimmunisierung und der ersten Auffrischimpfung oder zwischen der ersten und der zweiten Auffrischimpfung. Auch Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, sollen einen Abstand von sechs Monaten zu einer Auffrischimpfung einhalten. In begründeten Einzelfällen kann der Booster schon nach vier Monaten erfolgen. Bei Personen ab fünf Jahren mit Immunschwäche soll der Abstand zwischen erster und zweiter Auffrischimpfung wie bisher drei Monate betragen. 
Die STIKO empfiehlt, für die Durchführung der zweiten Auffrischimpfung in der Regel einen mRNA-Impfstoff zu verwenden. Vorzugsweise soll es der mRNA-Impfstoff sein, der bei der Grundimmunisierung beziehungsweise der ersten Auffrischimpfung zur Anwendung kam. Es gelten die bisherigen altersspezifischen Empfehlungen zur Anwendung von Comirnaty (Biontech/Pfizer) und Spikevax (Moderna). Immundefiziente Menschen ab einem Alter von 30 Jahren sollen bei der Verwendung von Spikevax eine Dosis Spikevax zu 0,5 ml (100 Mikrogramm) erhalten.


Keine Empfehlung für Jüngere
Immungesunde Personen, die jünger als 60 sind und nicht zu der Personengruppe mit Grunderkrankungen gehören, profitieren nach Ansicht der STIKO von einem zweiten Booster „nicht nennenswert“, weshalb das Expertengremium für diese Gruppe keine weitere Auffrischimpfung empfiehlt.